| Pico de Fogo |
| Montag, 27. November 2006 | ||||
Seite 1 von 2
Wir ließen uns um 06:00 Uhr wecken. Ze, unser Führer, wollte mit uns um 06:30 starten.
Wir realisierten erst sehr spät, daß unser Frühstück schon vorbereitet war. Darauf wollten wir aber auch nicht verzichten.
Kurz nach 07:00 Uhr ging es dann los. Wir gingen von der Pensao de Pedra Brabo aus durch das morgendliche Portela in Richtung der Nordseite des Pico de Fogo. Der leicht ansteigende, von Vulkanasche bedeckte Weg verzweigte dann auf einen Pfad, der von Asche und Steinen bedeckt war. Wir befanden uns am Startpunkt zum Aufstieg. Hier trennte sich Anke von uns. Sie zog es vor, entlang des Fußes des Pico in Richtung des Pico de Pequeno zu wandern und dort auf Ze und Andreas zu warten. Ihre späteren Bilder zeigten, daß diese jetzt beschlossene Arbeitsteilung eine richtige Entscheidung war. Wenngleich Ihre Hoffnungen auf ein Wiedersehen enttäuscht wurden. Ihr Warten von ca. 2 Stunden war deshalb vergeblich, weil der Abstieg nicht in Richtung des Pico Pequeno erfolgte, sondern wieder an der Nordflanke entlang des Aufstiegpfades.
Sehr schnell machte sich die fehlende körperliche Vorbereitung auf diesen Aufstieg bemerkbar. Wir wanderten in Richtung eines von Felsen gekennzeichneten Pfades, der von unten nicht erkennbar ist, in Richtung Gipfel. Dieser schien unerreichbar. Wir gingen im kühlen Schatten des Pico, was das Laufen angenehm machte. Der Atem verfiel schnell in ein rasselndes Stoßatmen, die Höhe von 1800m und die mangelhafte Konstitution wirkte sich aus. Immer wieder wurden Pausen gemacht. Um Wasser zu trinken oder um die Atmung halbwegs zu normalisieren. Ich hatte eine 1,5 Liter Flasche Wasser dabei. Am Ende war sie fast leer. Ein wenig knapp bemessen....
Ze bot mir eine Orange an, die ich sehr gern annahm. Nachdem ich meine zittrigen Finger unter Kontrolle hatte und das Schälen endlos gedauert zu haben schien, war sie ein Genuß. Die Steine wurden größer, immer eingebettet in Vulkanasche, die aber wegen der morgendlichen Feuchte einen gewissen Halt bot. Ze ging immer einige Meter voraus und markierte dadurch den Weg. Er merkte sofort, wenn eine Verschnaufpause angesagt war. Sein Verständnis schien grenzenlos zu sein. Ich fragte ihn, in welcher Zeit er den Pico besteigen würde. Er sagte, daß er es in 1 Stunde und 10 Min schaffen würde. Ich hätte nicht fragen sollen, eine Motivation für den Restanstieg war es nicht, oder doch? Der Abstand, den er vorgab, wurde angesichts des steiler werdenden Grates kürzer. Dies nicht ohne Grund: Hin und wieder nahm ich eine vermeintliche Abkürzung abseits des von Ze vorgegebenen Pfades und rutschte dabei mehr ab als ich vorwärtskam. Ein Ruf und ein Wink von Ze ließ mich den korrekten Weg wiederfinden.
Die größer werdenden Felsbrocken ließen ein Festhalten mit den Händen zu und entlasteten dadurch ein wenig die Beine. Das Fortkommen auf allen Vieren schien Erfolg zu haben. An manchen Stellen im oberen Drittel konnte ich Schwefel riechen. Der Geruch war aber nicht so intensiv wie einen Tag später am Pico Pequeno, dem Ausbruchkrater von 1995. Irgendwann sagte Ze: "Nur noch drei Minuten". Ich glaubte ihm nicht, weil mein GPS erst eine Höhe von ungefähr 2.700m anzeigte. Er hatte aber Recht. Die Caldeira des Pico de Fogo war erreicht. Rechts und links erstreckten sich die Gipfel, die die Höhe von über 2.800m Höhe ausmachen. Insgesamt waren wir vom Startpunkt aus bis zum Ziel 3 Stunden unterwegs gewesen, eine Höhendifferenz überwunden. Wir blieben ca 15 Minuten dort. Genug Zeit, um Fotos von diesem einmaligen Standpunkt aus anzufertigen. Oben war bereits ein Paar aus Deutschland, das wir auch schon im "Le Bistro" in Sao Filipe gesehen hatten. Am mit Asche bedeckten Kraterboden, der noch ca. 100m in die Tiefe geht, haben die Führer ihre Namen mit Steinen gelegt. Möglicherweise sind auch einige andere Namen dort verewigt. Von einem Abstieg dorthin riet mir Ze ab, weil der Weg durch die Asche für mich besonders zurück nach oben zu schwer wäre. Ich sah dies angesichts meiner Konstitution ein. Er hatte genügend Zeit gehabt, diese einschätzen zu können.
Ich fragte Ze, ob wir den Abstieg in Richtung Pico Pequeno vornehmen würden. Er meinte, dass dies zusätzliche 2.000 CVE kosten würde. Insgesamt wären also für eine solche Tour ca. 5.000 CVE fällig. Angesichts der Erfahrung des Führers sowie der vermittelten Sicherheit eine gut angelegte Summe. Ich entschied mich dennoch für den Abstieg entlang des Aufstiegpfades, weil ich den Pico Pequeno in einer gesonderten Tour erkunden wollte, natürlich wieder mit Anke. |
||||
| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 3. April 2007 ) | ||||




